Stellungnahme Kornhausanbau

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, 
im gemeinsam von fair. und der UWG/FW verfassten und an alle Haushalte verteilten Informationsblatt, haben wir Ihnen die Chronologie zum Thema Kornhaus aufgezeigt.

Sie finden es unter Aktuelles  "Tatsachen zum Kornhaus" .

Die Entscheidung für den Bau der Variante 1 wurde in der Stadtratssitzung am 12.Oktober 2010 gefasst.
Eine mehrheitliche Entscheidung, die von uns akzeptiert wurde, obwohl wir durch einen Antrag zur Geschäftsordnung aus den Reihen der CSU daran gehindert wurden, unsere Argumentation vorzutragen.


Unsere Fraktion hatte bisher nicht die Möglichkeit, öffentlich zu den geplanten Varianten des Kornhausanbaus Stellung zu nehmen und ihre Haltung zu begründen.


Für uns steht fest:


• Wir sehen einen Anbau an das historische Kornhaus durchaus problematisch. 
Aber – durch die eindeutigen Aussagen der Verantwortlichen des Landesamtes für Denkmalschutz, keinerlei Veränderungen im Inneren des Kornhauses zu genehmigen, standen wir vor der Notwendigkeit, ein Gebäude errichten zu müssen, in dem Treppe, Aufzug, Sanitär- und Technikräume untergebracht werden.
• Höchste Sensibilität in der Planung und Umsetzung dieses Zweckbaues waren daher für uns von größter Bedeutung. 
Auszug aus unserer Haushaltsrede 2010:
„Miteinander heißt einerseits, dass Entscheidungen gemeinsam getragen werden, andererseits aber auch, dass Entscheidungen gemeinsam nochmals hinterfragt und diskutiert werden können.
An dieser Stelle ist z.B. die Diskussion um den Kornhausanbau heraus zu stellen. Die meisten Stadträte, aber auch der Bürgermeister, haben Mut bewiesen und die ursprüngliche Planungsentscheidung in Frage gestellt.
Danke allen für die konstruktive Zusammenarbeit in dieser Sache!“

Schade, dass dieses konstruktive Miteinander beendet wurde!


Da wir unsere Argumente in der Öffentlichkeit nicht darlegen konnten, entschieden wir uns während der Abstimmung  keiner  der vorgeschlagenen  Varianten zuzustimmen.

Hätten wir unsere Argumente in der Sitzung vortragen können, hätten wir für Variante 3 gestimmt.

Unsere Argumente wären gewesen:

  • der Anbau an sich gestaltet sich durch den in sich geschlossenen Kubus als homogener Zweckbau.  Variante 1 stellt in sich ein neues Gebäude dar. Zusätzlich hätten sich bei dieser Kubatur Lagerräume erstellen lassen. 
  • Zugegeben verdeckt Variante 3 mehr Fläche dieses Teils der Kornhausfassade - aber wann steht man schon direkt davor? Die Kubatur des Gebäudes vom Parkplatz aus dagegen wird gleich groß wahrgenommen wie bei Variante 1.
  •  die in der Aufstellung des Architekten genannten höheren Kosten sind für uns nicht erklärbar und hätten sich erst nach einer konkreten Ausschreibung belegen lassen- ein gringerer Eingriff in den Untergrund soll höhere Kosten verursachen?
  • die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile aus den unten dargestellten Planungsvarianten des Architekten wären weitere Argumente für den Bau der Variante 3 gewesen – vor allem der geringere Eingriff in den Untergrund und die damit reduzierte Setzungsgefahr für die umliegende Bebauung

 Die Entscheidung ist gefallen - wir werden uns an der Umsetzung konstriktiv beteiligen!

Nachstehend die Aufstellung des Architekten zu den Varianten 1 und 3:

 

Variante 1

Vorteile:
Geringster Kostenaufwand.
Minimierte Kubatur.
Planung und Genehmigung bleiben.

Nachteile:
Keine Lagerflächen;
Setzungsgefahr für umgebende Bebauung durch Grundwasserabsenkung.


Variante 3

Vorteile: 
Zusätzliche, wenn auch kleine Lagerfläche.
Minimaler Eingriff in den Baugrund, geringe Wasserhaltung.
Kompakte, klare Kubatur.
Natürliche Belichtung und Belüftung aller WC's.
Keine Hebeanlage erforderlich.
Geringe Bauunterhaltskosten.

Nachteile:
Höhere Kosten, größere sichtbare Kubatur.