Stadtentwicklungskonzept (2016)

Stadtentwicklungskonzept - Arbeitskreis „Handel, Gewerbe & Tourismus" will Spalt für Gäste und Einheimische attraktiver machen

Gäste sollen sich in Spalt wohl fühlen, die Einheimischen natürlich auch – und am besten vor Ort auch noch ihren Arbeitsplatz finden oder gar ihr eigenes Geschäft betreiben können. All dies will der Arbeitskreis „Handel, Gewerbe & Tourismus“ unter einen Hut bringen. Und so seinen Beitrag zum Städtebaulichen Entwicklungskonzept (SEK) leisten, an dem in der Hopfen- und Bierstadt gerade emsig gefeilt wird.

Bei der Bestandsaufnahme fiel vor allem eines ins Auge. „Die Leerstände müssen wieder einer Nutzung zugeführt werden“, so Sprecherin Monika Lämmermann und so ist es auch von Protokollführerin Susanne Baumeister notiert. Hier brauche es seitens der Politik „flankierende Maßnahmen“ wie das aktive Anwerben von Firmen, um wieder mehr Leben in die Innenstadt zu bringen, betont Arbeitskreismitglied und Touristiker Otto Ringer. Allerdings sei hier der „Stein der Weisen“ nicht leicht zu finden, da die Interessen derer, die hier für Leben sorge sollen, kollidieren. Die einen wollen hier flanieren und würden sich über mehr Verweilqualität etwa durch aufgestellte Bänke freuen und gerne im Freien Kuchen verzehren. Vorbeiziehender Schwerlastverkehr trübe das Vergnügen aber stark, so Ringer.

Auch die Gewerbetreibeden haben ihre Wünsche, sie erhoffen sich gute Zufahrtsmöglichkeiten. Ringer empfiehlt, es Gunzenhausen nachzuahmen, das den Verkehr aus seinem Zentrum nicht verbannt, sondern zum langsam Fahren verpflichtet, für die Lastwägen solle über eine Umleitung nachgedacht werden. „Für eine Geschwindigkeitsreduzierung gäbe es auch für die Spalter Ortsdurchfahrt gute Gründe“, so der Touristiker. In 15 Jahre wiederum solle es hier immer noch Geschäfte geben, lenkt Gabriele Weislmeier die Perspektive auf Einzelhändler vor Ort. Das „Bummeln“ soll attraktiver, sie selbst sollen aber auch stärker in die Pflicht genommen werden. In den Sommermonaten müssten alle Läden am Mittwochnachmittag öffnen, lautet ein Appell. Zudem wünscht man sich einen neuen Drogeriemarkt. Potenzielle Ladenbetreiber solle man bewusst anwerben, vor allem in den Segmenten, die nicht besetzt sind. So fehle etwa ein Sanitätshaus oder ein Orthopädieangebot.

Ganz wichtig sei der Aufbau eines Qualitätsimage und dazu seien auch Redewendungen in Szene zu setzen: „In Spalt müssen Bratwürste lang und die Predigten kurz sein“. Für den Bauernmarkt wäre zu überlegen, ob man ihn nicht im Feuerwehrmuseum fest installieren könnte. Was die Gastronomie anbelange, fehle es an Anlaufstellen für die Jugend und so manches Gasthaus müsse generell wiederbelebt werden. Es bedürfe auch einer besseren Abstimmung unter den Gastronomen bezüglich der Öffnungszeiten und Schließtage. Auch die Installation mehrerer kleiner Feste und Veranstaltungen regt der Arbeitskreis an und nennt „historisches Brotbacken“ als Beispiel. Außerhalb der Innenstadt solle das interkommunale Gewerbegebiet (Kooperation mit Georgensgmünd und Röttenbach) vorangetrieben werden.

Generell brauche es mehr Gewerbeflächen und stärkere Anreize für Existenzgründungen, die zu unterstützen seien. Man favorisiert eine professionelle Wirtschaftsförderung, um für Handel und Gewerbe eine konkrete Anlaufstelle für Beratungen zu bekommen. Es müssten sich hier auch Netzwerke mit Politik und Verwaltung bilden. Den Berufsnachwuchs des Handwerks gelte es ähnlich unter die Arme zu greifen.

Was den Tourismus anbetrifft, sieht der Arbeitskreis noch Nachholbedarf beim Radwegenetz, das noch Lücken aufweise. Für den öffentlichen Nahverkehr gelte das Gleiche. Warum nicht einen „Spalter  Hopfenexpress“ einrichten? So schlägt es Ringer etwa vor. Am See selber sei das Angebot an Attraktionen ausbaufähig, beispielsweise mit einer Wasserrutsche oder einer Indoor-Kletterhalle. Auch mehr Wohnmobilstellplätze in Stadtnähe zu Spalt werden angeregt.